Das war die Mode Suisse 2026

Vom Alltag bis zum Konzept: Bekannte Namen und neue Perspektiven
Auch bei 35 Grad wurde klar: Die Schweizer Modeszene hat viel zu bieten. Bekannte Namen wie Louis Origine zeigten mit der Kollektion «Ombre» eine Arbeit, die von Vergänglichkeit, Erinnerung und Transformation erzählte. Die Inspiration kam, wie bereits beim ersten Look, der mit einer Laterne gestylt war, vom griechischen Philosophen Diogenes, der am hellen Tag mit einer Laterne einen «Menschen» suchte.
Auch NINA YUUN überzeugte mit «DEULSUUM». Die Kollektion gehört zu Edition 10 – 들숨 [Deul] und zeigt, wie Sie ein starkes Design durch Reduktion und Präzision erzielt. Sie nutzt jahrhunderte alte koreanische Handwerkskunst und übersetzt sie dabei in ein zeitgenössisch-europäisches Design.
Adam Brody überraschte mit einer Transformation seiner charakteristischen weissen Bluse in die «Wearable Candy Collection» und präsentierte Designs aus Mikrotaft in den buntesten Farben. Die Marke steht für sorgfältige Schnittgestaltung und eine hohe Expertise für unterschiedliche Körper, zeigt mit dieser Kollektion aber auch, dass man nicht nur in einer Nische bleiben muss.
Louis Origine, Nina Yuun und Adam Brody ©Modesuisse / Alexander Palacios
Neue Namen auf dem Laufsteg: Die Newcomer der Mode Suisse
Traditionelles Schweizer Design auf dem Laufsteg? Ja, bei Denervaud. Der Designer Tim Dénervaud verwendet traditionelle Schweizer Symbole, ohne sie einfach folkloristisch zu kopieren. Stattdessen gibt er Schweizer Kultur, Handwerk und Symbolen wie Chalet, Kuh, Poya, Hirschen, Familienwappen und auch dem Thema Timbre/Briefmarke einen eigenen Raum in der Mode. Somit ist klar: Schweizer Traditionen sind nicht zu klassisch für modernes Design.
Mit ihrer Kollektion hat Christina Seewald die Kombination von Knitwear und leichten Materialien perfekt umgesetzt. Durch die neutralen Farben im Zusammenspiel mit den Materialien bekam die gesamte Atmosphäre eine starke Gelassenheit und sorgte im besten Sinne für eine leichte «Abkühlung».
Denervaud und Christina Seewald ©Modesuisse / Alexander Palacios
Wenn Mode mehr erzählt, als sie zeigt: Die neue Generation mit starker Präsenz
Konzeptionell, kreativ und avantgardistisch: Die Designs der Studierenden und Absolvent*innen der F+F Schule für Kunst und Design, DOING FASHION Basel, ICDP, HGK, FHNW sowie der HEAD Genève haben mehr als nur überzeugt.
Durch die extravaganten Silhouetten und die auffällig gewählten Farben, Stoffe und Strukturen wollte man sofort die Geschichte hinter den Designs erfahren. Die Kollektionen haben klar gezeigt, dass sich der Nachwuchs nicht nach Anfang anfühlt, sondern nach Zukunft. Nach der Zukunft der Schweizer Modeszene.
Josefa Lüscher (Doing Fashion Basel), Clémentine Lejeune (HEAD Genève), Maryam El Dabboussi (F+F) und Annika Javet (F+F) ©Modesuisse / Alexander Palacios
Trotz der anhaltenden Hitze in der Front Row war die Show voller kreativer Höhepunkte. Auch das Publikum liess sich von den Temperaturen nicht aufhalten und machte keinen Halt vor extravaganten Outfits. Die Looks waren frisch und haben dem Event für mich persönlich die Kirsche aufgesetzt.
Besonders eindrücklich fand ich die Arbeiten der Student*innen der F+F Schule für Kunst und Design. Die persönlichen Geschichten und Inspirationen hinter den Entwürfen gaben den Designs eine sehr prägnante Handschrift.
Auch die Newcomer haben mich positiv beeindruckt. Die Schweizer Modeszene scheint bei den Newcomern in eine sehr kreative und leicht avantgardistische Richtung zu gehen, was ich persönlich sehr vielversprechend finde.
Mehr über unsere Junior Editorin Alycia Gränacher findest du hier.
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