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Eine Kollektion, die nie wirklich endet

aktualisiert am 2.7.2026
Eine Kollektion, die nie wirklich endet
Statt jedes Jahr eine neue Kollektion zu entwerfen, zerlegt das Schweizer Label Louis Origine seine bestehende Couture-Kollektion und erschafft daraus eine neue. Mit «Ombre» setzt das Gründerduo Laure und Steve Gallay diesen konsequent zirkulären Ansatz fort.

In der Mode dreht sich vieles um das Nächste: die nächste Saison, die nächste Kollektion, der nächste Trend. Louis Origine stellt dieses Prinzip bewusst infrage.

Seit der Gründung im Jahr 2020 entwickeln Laure und Steve Gallay ihre Couture-Kollektion kontinuierlich weiter, anstatt jedes Jahr komplett neu zu beginnen. Was bereits existiert, wird überarbeitet, verändert und neu gedacht. Dadurch entsteht eine Linie, die Kreativität und Ressourcenschonung miteinander verbindet.

Für «Ombre» wurde die gesamte Kollektion schwarz eingefärbt. Frühere Illustrationen und Muster verschwinden dadurch fast vollständig und sind nur noch stellenweise zu erkennen. Der Fokus verschiebt sich auf das Wesentliche: die Silhouetten, die Schnitte und die Form der Kleidungsstücke. So wirkt die Kollektion reduziert, ohne an Tiefe zu verlieren.

Eine Kollektion, die nie wirklich endet

©Peppe Pagano / Louis Origine

Weniger Material, mehr Ideen

Statt neue Stoffe oder neue Designs zu entwickeln, arbeitet Louis Origine mit dem, was bereits vorhanden ist. Kleidungsstücke werden auseinandergenommen, Details verändert und Materialien neu eingesetzt. Das Ergebnis sind Looks, die ihre Geschichte sichtbar mittragen und gleichzeitig einen ganz neuen Charakter erhalten.

Diesen Ansatz beschreibt das Label als Ausdruck einer nomadischen Lebensweise: bewusst auswählen, leicht unterwegs sein und Dingen möglichst lange ein neues Leben geben. Dabei geht es nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um die Frage, wie Mode entstehen kann, ohne ständig Neues produzieren zu müssen.

Eine Kollektion, die nie wirklich endet

©Peppe Pagano / Louis Origine

Wenn Porzellan zu Schmuck wird

Zur aktuellen Kollektion gehört auch eine Zusammenarbeit mit der Lausanner Porzellankünstlerin Sylvie Godel. Für Louis Origine verwandelte sie Schalen, Teller und Untertassen ihrer Werkserie «Porcelaines gourmandes» in skulpturale Halsketten und Armbänder. Die Stücke sind weniger als klassischer Schmuck gedacht, sondern ergänzen die Looks wie kleine Kunstobjekte.

Mit «Ombre» schliesst Louis Origine einen mehrjährigen Zyklus ab, der mit der Kollektion «Amode» begann und über «Cartoon» und «Ovo» weitergeführt wurde. Jede neue Kollektion baut auf der vorherigen auf und entwickelt sie weiter. Gerade das macht den Ansatz des Schweizer Labels spannend. Während viele Modehäuser jede Saison bei einem leeren Blatt beginnen, zeigt Louis Origine, dass Innovation auch darin liegen kann, Bestehendes neu zu betrachten. Eine Idee, die in der heutigen Modewelt fast ungewöhnlicher wirkt als die nächste komplett neue Kollektion.

Hier findest du die neu interpretierte Kollektion von Louis Origine: Webseite | Instagram

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