Young Talent: Chiara Noemi Panico

Chiara Noemi Panico
Studiengang: Fashion Design STF
Fokus
Label & Socials
©Chiara Noemi Panico
Chiara, wann hast du für dich entdeckt, dass du Mode machen willst – gab es ein Schlüsselerlebnis?
Schon als Kind habe ich miterlebt, wie meine Mutter, gelernte Damenschneiderin, ihre Kleider selbst nähte und Nähkurse leitete. Mein eigenes Interesse für Mode und Nähen wurde jedoch erst im Gymnasium wirklich greifbar, als ich mich im Rahmen meiner Maturarbeit intensiv mit Upcycling-Mode auseinandersetzte. Besonders faszinierte mich der Prozess, aus einer ersten Skizze auf Papier ein dreidimensionales, tragbares Produkt entstehen zu lassen. Nach der Matura entschied ich mich deshalb für eine Lehre als Bekleidungsgestalterin, um das Handwerk von Grund auf zu erlernen. Diese Verwandlung einer Idee in ein fertiges Kleidungsstück begeistert mich bis heute und ist einer der wichtigsten Gründe, weshalb ich Mode gestalte.
©Chiara Noemi Panico
Was bedeutet es für dich, als junge Designerin in der Schweiz zu starten – Chance oder Herausforderung?
Für mich ist es ganz klar beides. Einerseits ist es herausfordernd, als junge Designerin Reichweite aufzubauen und passende Plattformen zu finden, um die eigenen Arbeiten sichtbar zu machen. Andererseits sehe ich gerade in der überschaubaren Grösse der Schweizer Designszene eine grosse Chance: Man kann sich direkt vernetzen, voneinander lernen und Teil eines persönlichen, lebendigen Austauschs werden. Zudem wächst das Interesse an unabhängigen Labels, die eine klare Haltung vertreten und bewusst mit Design und Produktion umgehen.
Hast du konkrete Pläne für deine Design-Zukunft?
Mein Ziel ist nach wie vor, ein eigenes Label zu gründen. Was und wie genau, weiss ich aber noch nicht konkret. Mir ist wichtig, dass meine Designs, Produkte und Prozesse wirklich durchdacht sind und langfristig Bestand haben. Deshalb möchte ich mir die Zeit nehmen, meinen eigenen Weg zu finden und Erfahrungen zu sammeln, bevor ich diesen Schritt gehe.
Ich würde mir wünschen, dass nachhaltige und verantwortungsvoll produzierte Mode nicht länger als Nische verstanden wird.
Was würdest du dir von der Schweizer Mode-/Designbranche wünschen?
Ich würde mir wünschen, dass nachhaltige und verantwortungsvoll produzierte Mode nicht länger als Nische verstanden wird, sondern als selbstverständlicher Bestandteil guter Gestaltung. Gleichzeitig braucht es mehr Sichtbarkeit und gezielte Förderung für junge Designer*innen, die neue Perspektiven, Arbeitsweisen und Haltungen in die Schweizer Mode- und Designbranche einbringen.
Welches Projekt oder welche Zusammenarbeit wäre für dich ein absoluter Traum?
Besonders reizen würde mich eine Zusammenarbeit mit einem Label, das Schnittentwicklung als zentralen Teil der Gestaltung versteht. Designer wie Issey Miyake oder Yohji Yamamoto inspirieren mich, weil ihre Entwürfe Kleidung nicht nur als Hülle begreifen, sondern Formen, Bewegung und Körper auf eine eigene Weise zusammendenken.
©Chiara Noemi Panico
Hier findest du mehr über Chiara's Projekt: Instagram
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